Das Insulinom zählt zu den häufigsten Tumorerkrankungen beim Frettchen. Dabei handelt es sich um meist gutartige, hormonbildende Tumoren der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Besonders häufig betroffen sind Tiere ab einem Alter von etwa vier Jahren, wobei genetische Faktoren vermutlich eine entscheidende Rolle bei der Entstehung spielen.
Durch das unkontrollierte Wachstum dieser Zellen wird dauerhaft zu viel Insulin produziert.
Dies führt dazu, dass der Blutzuckerspiegel gefährlich absinkt. Da Frettchen einen sehr schnellen Stoffwechsel besitzen, können solche Unterzuckerungen rasch lebensbedrohlich werden.
Vorbeugung im Alltag
Auch wenn sich ein Insulinom nicht vollständig verhindern lässt, können bestimmte Maßnahmen helfen, Unterzuckerungen vorzubeugen.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Ernährung: Frettchen sollten jederzeit Zugang zu hochwertigem, eiweißreichem Futter haben. Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sind günstiger als wenige große Portionen.
Frisches Wasser muss immer bereitstehen.
Zuckerhaltige Snacks sowie regelmäßig verabreichte Pasten mit Zuckeranteil sollten vermieden werden.
Typische Symptome
Die Anzeichen einer Unterzuckerung treten häufig plötzlich auf und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Anfangs wirken betroffene Tiere oft apathisch, reagieren verzögert und zeigen Koordinationsprobleme oder einen unsicheren Gang.
Im weiteren Verlauf kommt es häufig zu Schwäche in der Hinterhand, vermehrtem Speicheln, Zittern oder Desorientierung.
In schweren Fällen können Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit oder sogar ein Koma auftreten.
Notfallmaßnahmen: Bei ersten Anzeichen ist schnelles Handeln entscheidend. Dem Tier sollte umgehend Zucker zugeführt werden, beispielsweise in Form von Jubin oder Traubenzucker. Wichtig ist dabei, dass dieser ausschließlich vorsichtig auf die Mundschleimhaut/Zahnfleisch gegeben wird, um ein Verschlucken zu verhindern. Traubenzucker wirkt schneller, da er direkt als Glukose ins Blut aufgenommen wird.
Nach der Erstversorgung sollte das Frettchen unverzüglich tierärztlich untersucht werden. Für den Notfall zu Hause kann auch ein spezieller Zuckersirup aus der Apotheke (Jubin) bereitgehalten werden.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Therapie erfolgt in der Regel medikamentös. Häufig werden Kortisonpräparate eingesetzt, die den Stoffwechsel stabilisieren und den Appetit fördern. Dabei kommt zunächst ein schwächer wirksames Präparat zum Einsatz, gefolgt von stärker wirksamen Medikamenten im weiteren Verlauf.
Eine alternative oder ergänzende Behandlung stellt Diazoxid dar, das die Insulinausschüttung hemmt.
Die Wirkung kann jedoch individuell variieren, weshalb die Dosierung sorgfältig angepasst werden muss.
Operative Eingriffe sind meist nur eingeschränkt sinnvoll, da die Tumoren oft in sehr kleiner, mehrfacher Form auftreten und sich nicht vollständig entfernen lassen. Zudem ist das Risiko für Komplikationen und Rückfälle relativ hoch.
Prognose und Umgang mit der Erkrankung
Ein Insulinom ist nicht heilbar, kann jedoch in vielen Fällen gut kontrolliert werden. Die Lebenserwartung und Lebensqualität hängen stark vom Zeitpunkt der Diagnose, dem allgemeinen Gesundheitszustand des Tieres und dem Ansprechen auf die Behandlung ab.
Regelmäßige tierärztliche Kontrollen sind unerlässlich.
Ebenso sollten Halter stets auf mögliche Symptome achten und für Notfälle vorbereitet sein.
Ein individuell abgestimmter Notfallplan in Absprache mit dem Tierarzt ist dabei besonders wichtig.

