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Futterumstellung und was man dazu wissen muss

Die gesunde Fütterung des Frettchens ist essentiell, um unsere Tiere bei Kräften zu halten und Krankheiten vorzubeugen. Gerade bei Frettchen aus gewissen Internetplattformen oder Notübernahmen kommt es aber immer wieder vor, dass sie nur Trockenfutter oder billiges Nassfutter fressen, da sie nichts anderes kennen. Da beides nicht gut ist, ist eine Futterumstellung meist sinnvoll.

Leider kommt es dabei immer wieder zu Problemen. Wir verraten euch, wie man bei der Umgewöhnung am besten vorgeht, worauf man achten muss und geben Tipps, die die Umstellung erleichtern.

Was macht die Futterumstellung eigentlich so schwierig?

Das neue Futter ist ungewohnt und wird darum nicht gefressen. (Neophobie)

Frettchen fressen am liebsten das, was sie schon kennen. Es kann daher sein, dass sie das neue Futter erst mal gar nicht anrühren. Das liegt auch daran, dass sie als Welpen eine relativ kurze Prägephase von nur wenigen Wochen haben, in denen sie lernen, was für sie essbar ist und was nicht. Aber natürlich können auch erwachsene Tiere noch lernen.

Körperliche Beschwerden treten aufgrund des neuen Futters auf. (Magensäure-Mangel)

Zum Verwerten von rohem Fleisch und Futtertieren braucht das Frettchen mehr Magensäure als bei der Verdauung von Trocken- und Nassfutter. Oft sind die Tiere nach jahrelanger falscher Fütterung nicht mehr in der Lage, genug davon zu produzieren, um rohes Fleisch und ganze Futtertiere richtig zu verarbeiten.

Zudem ist ihr Darm noch nicht daran gewöhnt, was zu körperlichen Problemen wie Durchfall und/oder Magenschmerzen führt und auch weitreichende und schlimmere Krankheiten zur Folge haben kann.

Zunächst aber gehen wir der Frage nach, auf welches Futter man solche Tiere überhaupt umstellen sollte. Kurzgefasst: Was sollten Frettchen nicht fressen?

Wie bekannt, sind Frettchen obligate Karnivoren, das heißt, sie sind reine Fleischfresser. Sie haben einen extrem kurzen Verdauungstrakt, sodass das Futter lediglich etwa drei bis vier Stunden im Körper verbleibt. Da dies nicht viel Zeit ist, um wichtige Nährstoffe aus dem Futter herauszufiltern, sollte gerade die Ernährung von Frettchen besonders hochwertig sein. Dazu sollte sie aus möglichst viel tierischem Material besteht.

Kohlenhydrate sowie Obst und Gemüse sollten Frettchen dagegen so wenig wie möglich und am besten überhaupt nicht zu sich nehmen.

Auf keinen Fall dürfen Frettchen rohes Schweinefleisch fressen. Dieses kann das tödliche Aujeszky-Virus enthalten. Das gilt ebenso für Wildschwein- und auch Biofleisch!

Um die optimale Fütterung zu erreichen, gibt es hauptsächlich drei Möglichkeiten.

BARF: Biologisch artgerechtes rohes Futter oder Rohfütterung“ Ursprüngl. engl. „Bones and Raw Food“

Hierbei stellt man das Futter selbst aus frischen und rohen Zutaten zusammen, wobei darauf zu achten ist, dass es zu etwa 80 Prozent aus Muskelfleisch, zu 10 Prozent aus Knochen und Knorpel und zu 10 Prozent aus Innereien besteht. Die Innereien sollten sich dann zur Hälfte aus Leber sowie aus Milz und Niere zusammensetzen.

Auch Herzen sollten aufgrund des hohen Tauringehalts im Futter enthalten sein, wobei dies wieder zum Muskelfleisch gezählt wird.

Eventuell fehlende Bestandteile wie zum Beispiel Knochen werden durch entsprechende Supplemente wie Knochenmehl ersetzt. Also durch eine Nahrungsergänzung mit Mineralstoffen und Spurenelementen.

Es sollte auch Fisch gefüttert werden, aber nicht zu viel oder Thiaminase frei, weil sonst wichtiges Vitamin B1 (Thiamin) zerstört werden kann…

Es wird schnell klar, dass das ganz schön kompliziert ist. Deshalb gibt es darüber auch einen eigenen Text, in dem wir ausführlich auf dieses Thema eingehen.

Franken-Prey

Diese Fütterungsart meint den Nachbau ganzer Futtertiere nach ihren natürlichen Komponenten, ohne direkt komplette Futtertiere anzubieten.

Es werden dabei alle Komponenten in der Relation gefüttert, wie sie in einem natürlichen Beutetier vorkommen würden.

Diese Fütterung ist zwar genauso wertvoll wie die Fütterung ganzer Tiere, aber mit mehr Arbeit verbunden, da alle Nahrungsbestandteile einzeln berechnet und abgewogen werden müssen.

Whole Prey

Am einfachsten und sichersten ist es, gleich ganze Futtertiere anzubieten, was man auch „Whole Prey“ nennt. Auf diese Weise spart man lästiges Rechnen und Abwiegen und kann stets sicher sein, dass die Tieren alle wichtigen Nährstoffe in der idealen Zusammensetzung bekommen. Diese Art der Fütterung wird auch „die Königsklasse der Frettchen Fütterung“ genannt, da sie einer natürlichen Futteraufnahme am nächsten kommt.

Wie geht man nun die Futterumstellung an?

Bei der Umstellung des Futters sollte man vor allem langsam vorgehen, damit die Tiere sowie ihr Verdauungssystem Zeit haben, sich an die neue Nahrung zu gewöhnen. Ihr Körper muss ja, wie oben erklärt, erst lernen, genügend Magensäure zu produzieren, um das neue Futter auch entsprechend zu verarbeiten, ohne dass es dabei zu Durchfall oder Magenschmerzen kommt.

Umgewöhnung auf die Fütterung von ganzen, rohen Tieren und rohem Fleisch, Knochen und Organen.

Am besten findet man zuerst heraus, was den jeweiligen Frettchen am besten schmeckt. Besonders beliebt und daher für den Anfang sehr gut geeignet sind:

Ganze Futtertiere wie:

  • Mäuse
  • Ratten
  • Hamster
  • Meerschweinchen
  • Kaninchen
  • Wachteln und Hühner

Auch Küken fressen Frettchen sehr gerne. Sie eignen sich neben Mäusen besonders gut, um die Tiere an das Fressen ganzer Futtertiere zu gewöhnen.

Allerdings sollten sie wie auch andere nicht ausgewachsene Tiere nicht Hauptmahlzeit sein, da ihre Skelette nicht voll ausgereift sind und darum das Calcium-Phosphor-Verhältnis nicht stimmt. Nicht ausgewachsene Futtertiere sind daher eher als Leckerchen anzusehen.

Knochen und Fleisch

  • Hähnchenmägen (Muskelfleisch) Hähnchenherzen (besonders gut aufgrund des hohen Gehalts an Taurin)
  • Karkassen zum Beispiel vom Huhn
  • Hühnerhälse 
  • Hähnchenfleisch gestückelt
  • Innereien Mix vom Rind

Damit die Tiere das neue Futter gerne annehmen, kann man:

Pürieren – Das Futter anfangs zu pürieren, kann sinnvoll sein, damit das Frettchen es besser akzeptiert, weil es sehr bequem ist, das Futter so zu fressen. Das Pürierte sollte dann mehr und mehr stückig werden. Auf Dauer püriert zu füttern ist nicht gut für die Zähne.

Ums Maul schmieren – Dabei stellt das Frettchen oft fest, dass das neue Futter ja schmeckt.

Mit Leckerchen anfüttern – Um das neue Futter schmackhafter zu machen und dem Frettchen zu zeigen, dass es essbar ist, kann man es anfangs mit Leckerchen mischen oder einreiben. Hierzu eignen sich besonders: Paste, Eigelb, Hipp Babybrei Bio Rind oder Huhn, Lachsöl, Schmackofatz und/oder Blut.

Anschneiden – Man kann das Futtertier anschneiden, sodass es nach Blut riecht. Das löst den natürlichen Reiz aus, es zu fressen.

Kleinschneiden – Fleisch- und Knochenstücke anfangs kleinzuschneiden erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Frettchen sie essen.

Per Hand füttern – Das weckt Vertrauen in das Futter und zeigt, dass es essbar ist.

Aufhängen – Ganze Futtertiere anzubinden oder aufzuhängen fördert den Spiel- und Jagdtrieb, da sie dann nicht einfach mitzunehmen und zu bunkern sind. Zudem stellt es eine enorme Erleichterung bei der Reinigung dar. Man kann dazu auch eine Katzenangel benutzen.

Gemeinsam fressen/Futterneid – Oft löst der sogenannte Futterneid aus, dass das neue Futter gefressen wird, bevor es ein anderer frisst. Fressen Tiere mit, die das neue Futter bereits kennen und akzeptieren, kann das anderen Frettchen außerdem zeigen, dass das neue Futter auch essbar ist.

Was tun, wenn die Tiere ganze Futtertiere und Fleisch nun wirklich nicht mögen?

Zwar sollte man nicht zu schnell aufgeben, jedoch kommt es vor, dass Frettchen absolut kein rohes Fleisch oder Futtertiere fressen wollen. Das ist okay. Man kann sie nicht dazu zwingen.

Frettchen an hochwertiges Nass- und Trockenfutter gewöhnen

Obwohl zu bedenken ist, dass beides unserer Meinung nach keine optimale Lösung ist, da Nassfutter langfristig die Zähne kaputtmacht und Trockenfutter zu wenig Feuchtigkeit enthält, ist es hier sinnvoll, wenigstens auf ein hochwertiges Nass- oder Trockenfutter umzustellen.

Folgende Futtersorten sind unter anderem dafür geeignet: 

Nassfutter:

  • Greenwoods „Nassfutter für Frettchen Huhn“
  • Lucky Kitty „Katzenfutter Nass 100% Maus“
  • Catz Finefood „Purrrr“ oder „Bio“

Trockenfutter

  • Wildcat „Etosha Adult Huhn“
  • Applaws „Huhn&Lachs“
  • Power of Nature „Natural Cat Meadowland“ oder „Cat Fees Favorite“

Um das Frettchen an ein neues Nass- oder Trockenfutter zu gewöhnen, sollte man langsam anfangen und zunächst nur wenig vom Futter– in etwa 10% – unter das alte und vertraute Futter geben. Danach sollte man dann jeden Tag die Menge steigern, bis schließlich nur noch das neue Futter im Napf ist. Wie lange es dauert, bis ein Frettchen auf das neue Futter umgestellt ist, ist von Tier zu Tier verschieden.

Wichtig ist, dass man die Menge des neuen Futters immer wieder ein wenig steigert. Nimmt das Tier das neue Futter nicht an oder fühlt sich nicht gut, geht man wieder ein Stück zurück und füttert erstmal wieder mehr vom alten Futter.

Im nächstem Schritt versucht man erneut, die Menge des neuen Futters zu steigern.

Wie bei der Umstellung auf Fleisch/auf ganze Futtertiere, kann es sinnvoll sein, Leckerchen wie Paste, Eigelb, Lachs … unterzurühren, wenn das Frettchen das neue Futter nicht essen will.

Auch ist es oft hilfreich, das Futter mit ein wenig warmem Wasser zu übergießen und zu einem Brei zusammenzurühren. Diesen kann man dem Frettchen gegebenenfalls wieder um die Schnauze schmieren, damit es merkt, dass das neue Futter auch schmeckt.

Bei allen Futterumstellungen ist stets darauf zu achten, dass das Tier genügend frisst (Welpen und Jungtiere etwa 20 Prozent des eigenen Körpergewichts, erwachsene Frettchen etwa 10 Prozent). Wenn sie mal etwas weniger essen, was besonders im Sommer
oft vorkommt, ist es nicht so schlimm. Es darf nur nicht passieren, dass ein Frettchen das neue Futter völlig verweigert und deshalb unterzuckert. Sollte dies doch einmal passieren, sollte man bitte sofort etwas Traubenzucker direkt auf die Zunge oder das Zahnfleisch geben und umgehend den nächsten Tierarzt aufsuchen. Unterzuckerung ist ein echter Notfall. Dasselbe gilt, wenn das Frettchen das neue Futter nicht verträgt, Durchfall bekommt oder sich unwohl fühlt. Man sollte dann wieder mehr vom alten Futter geben. Vermeintliche Erfolge darf man hier nicht erzwingen.

Wenn man darauf achtet, braucht man sich aber keine Sorgen zu machen. Man sollte das Tier/die Tiere einfach regelmäßig beobachten und wenn man bemerkt, dass das neue Futter überhaupt nicht aufgenommen wird, erst Mal wieder mehr vom alten Futter geben.

Tipp: Die Frettchen sollten während der Futterumstellung am besten mindestens einmal pro Woche gewogen werden. So weiß man nicht nur, wie viel Gramm sie am Tag fressen müssen, sondern man kontrolliert gleich, dass sie bei der Umstellung nicht zu viel abnehmen.

Wo bekomme ich Hilfe, wenn mir die Futterumstellung nicht gelingt?

Sollte die Umstellung trotz aller Geduld und unserer Tricks nicht gelingen oder Sorgen zur Gesundheit der Tiere während der Futterumstellung bestehen, sind wir gerne erreichbar und helfen wir bei Problemen weiter. Wir weisen jedoch nachdrücklich darauf hin, dass das Gespräch mit uns keinen Tierarztbesuch ersetzen kann.