Frettchen lieben es, die Gegend zu erkunden, Schlupflöcher zu finden und an Dingen hochzuklettern.
All das können sie nicht nur drinnen tun, sondern auch draußen bei einem Spaziergang, der ihnen total viele neue Reize bieten kann!
Pflichten des Halters/der Halterin
Das Wichtigste ist, erstmal das richtige Geschirr anzulegen.
Geht auf keinen Fall mit unangeleinten Frettchen spazieren! Unsere Fellchen sind Ausbruch Experten und finden den Weg nach Hause oft nicht von alleine.
Mal abgesehen davon lauern in der Außenwelt viele Gefahren für unsere Lieblinge. Dazu zählen Autos, Fahrräder und generell Menschen, die leider nicht ganz so Tierlieb sind und Frettchen gegenüber Vorurteile haben („die zerfressen doch meine Autokabel“, „die stinken“, „das ist Ungeziefer „,….). Wenn unsere Frettchen sich mal vor etwas erschrecken, tendieren sie zur Flucht, wobei sie leider in die falschen Hände geraten können.
Aber auch andere Tiere stellen eine Gefahr dar. Raubvögel erkennen Frettchen schon aus weiter Entfernung und versuchen sie zu greifen, um sie dann zu fressen. Mit Hilfe der Leine könnt ihr an eurem Tier festhalten und so hoffentlich den Vogel vertreiben.
Die meisten Hunde haben noch nie ein Frettchen gesehen und reagieren möglicherweise aggressiv oder wollen es ebenfalls jagen. Egal wie lieb der Hund sein soll- weder ihr, noch sein Halter können seine Instinkte einschätzen. Nehmt euer Frettchen deshalb unbedingt auf den Arm, wenn ihr an Hunden vorbeilauft.
Wenn ihr mit eurem Frettchen draußen wart, empfiehlt es sich, es nach Zecken und Flöhen abzusuchen und sie bei Befall möglichst direkt davon zu befreien.
Wenn ihr selber nicht wisst wie, oder es euch einfach nicht zutraut, sucht am besten einen Arzt auf, der sich dann darum kümmert.
Das richtige Zubehör ist das A und O
Wenn ihr mit euren Frettchen rausgehen wollt, braucht ihr unbedingt ein ausbruchsicheres Geschirr, sowie eine vernünftige Leine- die handelsüblichen Hunde- und Katzen Geschirre eignen sich leider überhaupt nicht.
Lest euch hierzu gerne unseren Beitrag zum Thema Frettchengeschirre durch , diesen findet ihr unter Geschirr Guide
Abgesehen vom Geschirr lohnt es sich auch eine kleine Tasche, inklusive Decke, mitzunehmen, damit ihr eure Fellgurken bequem tragen könnt, wenn sie genug vom Laufen haben und eine Verschnaufpause brauchen.
Manche Frettchen bevorzugen es auch, sich auf eure Schultern zu setzen und ihre Umgebung von oben aus zu inspizieren.
Wenn ihr eine Kapuze tragt kann es gut mal passieren, dass sie sich nach ihrer Inspektion einfach dort niederlassen und ein Schläfchen halten.
Wenn ihr mehrere Frettchen im Schlepptau habt, könnt ihr euch auch Gedanken über einen kleinen Kinderwagen für die Tiere machen, in dem dann alle zusammen reinpassen. (Auch hier gilt: angeleint ist Pflicht)
Je nachdem, wie lange euer Spaziergang geht, solltet ihr daran denken, den Fellnasen Wasser, sowie Futter oder Snacks mitzunehmen.
Auch kleine Spielzeuge können eine schöne Beschäftigung sein, wobei es natürlich nichts spannenderes gibt als einen schönen Laubhaufen oder ein kleines Mauseloch
Welches Wetter eignet sich am besten für einen Spaziergang?
Wenn es im Sommer schön warm ist und die Sonne scheint, haben viele Menschen den Drang nach draußen zu gehen und etwas zu unternehmen- für Frettchen kann der Sommer leider ziemlich gefährlich werden.
Sie sind einfach nicht für die hohen Temperaturen gemacht und können noch dazu nicht schwitzen, weshalb sie schnell mal einen Hitzeschlag kriegen, wenn die 25°C Marke überschritten wird. Vorallem Albinofrettchen neigen außerdem aufgrund ihrer hellen Haut und dem hellen Fell zu üblen Sonnenbränden. Wenn ihr im Sommer mit euren Fellnasen spazieren gehen wollt, solltet ihr dies möglichst früh morgens oder spät abends tun und die Mittagssonne vermeiden.
Der Winter hingegen ist für die meisten Frettchen eine total schöne Jahreszeit
Frettchen haben eine etwas höhere Körpertemperatur als wir Menschen und da sie sich körperlich zusätzlich auf den Winter einstellen, frieren sie in der Regel nicht.
Viele Frettchen spielen sogar total gerne im Schnee, graben sich selbst kleine Tunnel oder hüpfen freudig in ihm herum.
Falls ein Frettchen, aus welchem Grund auch immer, mal kein Winterfell ausbildet und sich keinen Winterspeck anfressen konnte, sollte man allerdings davon absehen, es im Winter mit der Kälte in Berührung zu bringen, da es sich dabei erkälten könnte.
Frühling und Herbst bilden ein schönes Mittel der zwei „Extreme“. Es ist weder zu heiß, noch wird es zu kalt.
Man kann zu jeder Tageszeit mit den Vierbeinern rausgehen.
Im Frühling erwachen ihre Beutetiere aus dem Winterschlaf und wuseln draußen umher, außerdem beginnen Sträucher und Büsche aufzublühen, sodass unsere Frechdachse sich dort gut verstecken können. Im Herbst können sie hingegen in Laubhaufen spielen und auf die Suche nach den Bauten ihrer Beute gehen.
Wo gehe ich am besten mit meinem Frettchen spazieren?
Unsere Nudeln lieben den Wald! Wenn ihr einen Wald in der Nähe habt wäre dieser ideal für einen Spaziergang. Dort erwarten sie viele Gerüche, Kleintier Bauten und Blätterhaufen. Außerdem können sie auf (umgekippten) Baumstümpfen klettern und ihre eigenen kleinen Löcher graben.
Auf freien Flächen, wie zum Beispiel einer Wiese, fühlen sich Frettchen oft unwohl, da sie dort leichte Beute für Raubvögel sind und sich generell schlecht verstecken können.
Auf taube Frettchen trifft das oft nicht zu, da sie die Gefahr/den Raubvogel nicht hören können und deshalb nicht ganz so schnell in Panik geraten.
Nehmt eure Frettchen möglichst nicht mit in die volle Innenstadt.
Da sie nur Fußhöhe erreichen, werden sie oft übersehen, was dazu führen kann, dass sie getreten werden oder man sich versehentlich sogar auf sie drauf stellt. Der Straßenverkehr stellt außerdem auch eine große Gefahr dar, da die Frettchen auf die Straße laufen können und dabei unter Umständen von den Verkehrsteilnehmern übersehen werden.
Leider passen auch viele Radfahrer nicht besonders gut auf, was zu schlimmen Unfällen führen kann.
Da ihr Radfahrern nicht nur in der Innenstadt, sondern auch im Wald und anderswo begegnen könnt, solltet ihr hier allgemein sehr wachsam sein. Gerade im Wald kann es vorkommen, dass sie eure Frettchen gar nicht erst sehen, unter anderem rechnen sie auch gar nicht mit so einem exotischen Tier an der Leine. Wenn ihr merkt, dass sich euch ein oder mehrere Fahrräder nähern, passt besonders gut auf eure Wusel auf und nehmt sie bestenfalls auch hier auf den Arm oder macht früh genug auf sie aufmerksam.
Wie sich Frettchen beim spazieren gehen verhalten (können)
Wenn ihr draußen an Wänden oder Mauern entlang läuft, könnt ihr bestimmt beobachten, wie euer Frettchen sich eng an der Wand entlang schlängelt. Dies ist total normal und hat mehrere Gründe- einer davon ist, dass es sich so Schutz vor möglichen Raubtieren verschaffen will. Außerdem speichern Wände Gerüche und manchmal klettern sogar Käfer an ihnen hoch, das weckt die natürliche Neugier unserer Fellgurken
Generell entdecken die Fellgurken draußen viele neue Gerüche und auch neue Geräusche.
Oft führt das zu einem aufgeplusterten Schwanz, ähnlich wie bei einer Flaschenbürste. Auch das ist eine total übliche Reaktion, bei der ihr euch in der Regel keine Sorgen machen müsst.
Frettchen lieben es zu buddeln! Sobald sie die Möglichkeit haben, irgendwo ein kleines Loch auszuheben und ihre Schnauze dort reinzustecken, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie dies auch tun werden.
Wenn sie irgendwo eine Pfütze finden, kann es auch gut passieren, dass sie anfangen, darin zu planschen und herumzuhüpfen.
Wenn euer Frettchen im Laufe des Spaziergangs irgendwann zu euch kommt und versucht an euch hochzuklettern, ist dies ein Zeichen dafür, dass es jetzt müde ist oder eine Pause braucht und ihr es hochnehmen sollt.
Hier kommen dann die Tasche oder die Kapuze ins Spiel.
Es gibt leider auch einige Frettchen, die, aufgrund schlechter Erfahrungen, Angst davor haben rauszugehen und panisch werden.
Ihr könnt versuchen, sie wieder langsam an die Außenwelt zu gewöhnen, vielleicht indem ihr sie erstmal auf dem Arm tragt und ihnen die neue Umgebung zeigt.
Zwingt eure Tiere bitte zu nichts! Manchmal soll es einfach nicht sein.
