Irgendwann kommt jeder Halter mal an den Punkt, an dem weitere Frettchen das Rudel ergänzen sollen.
Die Gründe für eine Aufstockung sind sehr vielfältig.
Wie geht man das am besten an, was ist unbedingt zu beachten und woher weiß ich, was am besten zu meinem Frettchen passt?
Hier mal eine kleine Zusammenfassung der Punkte, die unbedingt berücksichtigt werden sollten.
Altersunterschied – was ist hier sinnvoll
Der Altersunterschied bei adulten Tieren sollte maximal 1,5 Jahre betragen , wenn nur ein neuer Partner gewünscht wird.
Entscheidet man sich dazu 2 neue Tiere in die Gruppe zu integrieren, ist es nicht mehr so dramatisch, wenn die “ Neuen “ einiges jünger sind.
In erster Linie geht es hier darum, die Gruppendynamik ausgewogen zu halten.
Beispiel:
Tier A 5 Jahre alt
Neuzugang sollte dann bei nur einem Tier 3,5 bis etwa 6 Jahre alt sein.
Bei 2 Tieren wären auch 2 Frettchen im Alter von 1,5 bis 3 Jahren eine Option.
Wählt man Welpen, so müssen es immer 2 Welpen zu adulten Frettchen sein , weil Welpen nochmal deutlich mehr Energie mitbringen als adulte Tiere ab einem Jahr.
Lasst euch im Zweifelsfall bitte im Vorfeld von einer Frettchenhilfe beraten.
Spielt das Geschlecht eine Rolle?
Da Frettchen eher nach Sympathie oder Antipathie entscheiden, spielt das Geschlecht der „Neuen“ nicht direkt eine Rolle.
Trotzdem kann auch hier die vorhandene Konstellation eine Rolle spielen.
Rüden und Fähen zeigen nämlich ein sehr unterschiedliches Spielverhalten , während die Damen Fang – und Nachlaufspiele bevorzugen, sind die Herren eher der Frettchen Wrestling Fraktion zuzuordnen , sie lieben grobere Raufspiele und können zarte , ältere Tiere damit auch mal ziemlich nerven.
Auch hier gilt wieder: Gruppendynamik bei der Entscheidung berücksichtigen
Wo finde ich am besten neue Partner?
Hier ist es sinnvoll, sich an eine Frettchenhilfe zu wenden.
Die Hilfen kennen ihre Schützlinge sehr gut und können im Vorfeld schon häufig sagen, welche Abgabetiere charakterlich zu deinem Rudel passen könnten.
Ein weiterer Vorteil ist, dass vorhandene Frettchen zum Kennenlernen mitgebracht werden können, so haben deine Tiere die Möglichkeit, ihre neuen Kumpels selbst auszusuchen.
Tipp: Beschränke dich nicht selbst in dem du gezielt nach Farben aussuchst. Das schönste Frettchen hilft nichts, wenn der Charakter nicht passt.
Finger weg
von Kleinanzeigen, wenn es im Nachhinein nicht passt, stehst du oft ohne Hilfe da mit 2 Gruppen Frettchen, die sich nicht vertragen.
Frettchenhilfen nehmen ihre Tiere zurück falls die Vergesellschaftung scheitert.
Tiere gefunden – wie geht’s nun weiter?
Zur Abholung bitte immer mindestens 2 Boxen mitnehmen.
Die eigenen und die Neuzugänge niemals in einer Box transportieren
Im Zuhause ist es ratsam, Neutralität zu schaffen, so hat niemand einen Heimvorteil.
Hierzu kannst du z.B. einen Raum für die erste Zusammenführung nutzen, den auch deine Frettchen bisher nicht kennen.
Ist dies nicht möglich, so hilft es, für Veränderung zu sorgen, indem du z.B. Schlafhöhlen an andere Plätze stellst , vorher alle Kuschelsachen durchwäschst und den Boden wischt.
Mehrere Futterplätze einrichten.
( chtung Schlafhöhlen sollten 2 Eingänge haben alternativ kann man Kartons mit 2 Eingängen nutzen)
positive Momente schaffen
Du kannst die Zusammenführung positiv beeinflussen
- Gemeinsames Paste schlecken
- Zusammen Ei vom Teller naschen aber auch
- Gemeinsames Spielen oder
- Gemeinsame Spaziergänge können die Vergesellschaftung positiv unterstützen
- Geduld und starke Nerven
Es gibt zwar auch Vergesellschaftungen , wo ab Sekunde eins alles passt, diese sind aber leider eher die Ausnahme
Oft ist Vergesellschaftung eine Nervenprobe für die Halter
Was gehört zu einer Vergesellschaftung und wann wird es kritisch?
Normale Vergesellschaftung
- Geschrei
- Fauchen
- Unsauberkeit
- Kleinere Verletzungen
- Angst Urin & Angst Kot
- Immer wieder kurze Attacken
- Getrennt schlafen
- Durchfall ( evtl. Giardien)
Wann muss man kritischer schauen oder gar abbrechen?
- Drastischer Gewichtsverlust
- Konstantes Verkriechen
- Keinerlei aktive Teilnahme am Alltag mehr
- Attacken werden über Wochen nicht weniger
- Verletzungen sind so schlimm das sie beim Tierarzt versorgt werden müssen
WICHTIG: BITTE KONTROLLIERE WÄHREND EINER VERGESELLSCHAFTUNG DAS GEWICHT DEINER TIERE, SOWIE DIE TIERE SELBST TÄGLICH.
Darf man während der Vergesellschaftung trennen?
Du darfst Stundenweise trennen, wenn du merkst, dass es einem der Tiere zu viel wird.
Auch über Nacht, solange man noch unsicher ist, ob es entspannt bleibt, wenn man z.B. zur Arbeit gehen muss.
Du solltest dir bewusst machen, daß ständiges Trennen nicht förderlich für die Zusammenführung ist und die Vergesellschaftung hierdurch deutlich länger dauert
Platz ist das A und O
Eine Vergesellschaftung braucht vor allem Platz, je besser sich die Tiere auch aus dem Weg gehen können, umso entspannter wird es.
Mehr Platz ist also immer besser.
Wie lange dauert eine Vergesellschaftung?
Hier ist von ein paar Stunden bis mehrere Monate alles möglich.
Die meisten Vergesellschaftungen scheitern nicht an den Tieren, sondern an den Nerven der Halter.
Deswegen sei vor allem geduldig und hole dir im Notfall Unterstützung von Frettchenhilfen oder erfahrenen Haltern.
So nervig es auch ist, alles ist vergessen, wenn das erste mal alle zusammen kuscheln
Do’s & Dont’s
Do’s
- Paste zusammen schlabbern
- Zusammen spazieren
- Gemeinsames Spielen
- Loben
- Platz erweitern
- Räume neu gestalten
- 2 getrennte Transportboxen
- Gewicht täglich kontrollieren
- Verletzungs check täglich
- Bei Überforderung Hilfe suchen
#Don‚t
- Bei Geschrei sofort eingreifen
- Tiere bevorzugen
- Ständig trennen
- Käfig oder Mini Zimmer
- Panisch werden
- Verhalten vermenschlichen
- Gruppendynamik missachten
- 1 altes und ein junges Tier zusammen setzen
Wenn ihr all das beherzigt, wird auch bei euch von Tag zu Tag die Gruppe harmonischer werden, habt Geduld und scheut euch bitte nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

