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Ohrmilben und wie behandelt man die überhaupt?

Die Ohren eures Frettchens sind durch einen rot-schwarzen Film übermäßig verschmutzt und/oder das Tier juckt sich auffällig oft und intensiv an den Ohren, hält den Kopf schief oder fühlt sich allgemein unwohl? 

Dann sind womöglich Ohrmilben daran schuld. 

Was sind Ohrmilben? 

Ohrmilben sind Parasiten, die sich in und um den äußeren Gehörgang eines Frettchens ansiedeln können und die sogenannte Ohrräude verursachen, indem sie sich von Hautschuppen und Gewebsflüssigkeit ernähren, dadurch die Haut des Frettchens reizen und diverse Krankheiten verursachen können. 

Besonders oft betroffen sind junge Frettchen. Man findet sie jedoch auch oft bei älteren Tieren und sogar reine Stubenfrettchen werden durch sie nicht verschont. 

Woran erkennt man Ohrmilben? 

Man erkennt sie daran, dass das Frettchen sich auffällig oft und häufig an den Ohren kratzt, um das durch die Reizung verursachte Ohrenjucken loszuwerden. 

Oft scheuert es dazu die Ohren auch an Einrichtungsgegenständen entlang und versucht, das Jucken „abzustreifen“, trägt den Kopf in Schieflage, schüttelt den Kopf, und ist allgemein unruhig und niedergeschlagen. Diese Symptome müssen jedoch nicht alle auf einmal auftreten. Manchmal erkennt man den Befall auch nur an einem übelriechenden, braunen Sekret, bestehend aus Ohrenschmalz, Blut und diversem Abfall der Milben wie Kot. Um dieses frühzeitig zu erkennen, ist eine regelmäßige Kontrolle der Ohren unserer Frettchen sehr wichtig. 

Wie gefährlich sind Ohrmilben? 

Ohrmilben sind in der Regel nicht wirklich gefährlich, sondern nur lästig. Wenn sie allerdings langfristig nicht behandelt werden, können sie gefährlich werden.  Sie sind hochansteckend und vermehren sich aufgrund des optimalen Verhältnisses von Luft und Wärme im Ohr  schnell. Bleiben sie über längere Zeit unentdeckt, können sie Ohrenentzündungen verursachen. Der Wirkungskreis der Milben ist nicht nur aufs Ohr beschränkt. In besonders schweren Fällen können sie den gesamten Körper besetzen und dort Fell- und Hautveränderungen sowie Juckreiz verursachen. 

Durch das Kratzen und den Kot der Milben können sich zudem Infektionen entwickeln. Diese können zu Mittelohr- oder sogar Innenohrenentzündungen führen und die Gesundheit des Frettchens belasten. Starker Befall kann dann sogar Sekundärinfektionen wie Hefepilzen führen, das Trommelfell schädigen oder in besonders schweren Fällen sogar zu Hirnhautentzündungen führen. Zu all dem kommt es aber in der Regel nicht, wenn man die Ohren regelmäßig kontrolliert.

 Ohrmilben lassen sich so einfach frühzeitig feststellen und gut therapieren.

Wie steckt sich mein Tier mit Ohrmilben an? 

Die Milben sind bei der Wahl ihres Wirts nicht sonderlich wählerisch. Darum sind Übertragungen von anderen Frettchen genauso gut möglich wie solche durch andere Tiere desselben Haushalts wie zum Beispiel die Katze oder den Hund. Die Milben können außerhalb des Körpers über Wochen ohne Wirt überleben.

So ist es leicht möglich, dass sie über die Schuhe ins heimische Reich einziehen. Selten übertragen sie sich zudem auf Menschen, was dann ebenso zu Hautproblemen führen kann.

Was sollte ich tun, wenn mein Frettchen Ohrmilben hat? 

Werden Ohrmilben am Frettchen entdeckt, ist der Gang zum Tierarzt unumgänglich. Dieser kann durch einen Abstrich am Ohr die nur millimeter großen Milben unter dem Otos- bzw. Mikroskop genau infizieren und über die richtige Vorgehensweise entscheiden. Er wird dann ein passendes Spot on (wird auf die Haut im Nacken gegeben und zieht von dort in die Haut),  eine Injektion oder Ohrentropfen verschreiben, die zugleich gegen den Juckreiz in den Ohren wirksam sind. 

Wie erfolgt dann die Therapie gegen Ohrmilben? 

Zuerst werden die Ohren des Frettchens mittels einem milden Ohrreiniger oder Antiseptikum gründlich gereinigt, um möglichst viele Milben sowie ihre Eier, das bisher entstandene Sekret und Ohrenschmalz zu entfernen.

Durch den Wirkstoff im Spot on, der Ohrentropfen oder Injektion sollen dann die restlichen Ohrmilben sowie die übrige Brut abgetötet werden.

Die Behandlung sollte  zur Sicherheit nach etwa drei Wochen  wiederholt werden, denn nicht immer sterben bei der Erstbehandlung  auch wirklich alle Milben sowie ihre Eier zuverlässig ab.

Gängige Mittel gegen Ohrmilben

  • Selamectin, das oft in Verbindung mit Imidacloprid gegeben wird.
  • Moxidectin sowie über Injektion
  • Ivermectin oder Doramectin

Lasst euch bitte von eurem Tierarzt dazu beraten, welches Mittel für euch das richtige ist. Auch über die Behandlungsdauer sowie die nötigen Behandlungsintervalle entscheidet am besten euer Tierarzt! 

Behandlung der Umgebung sowie der anderen Tiere im Haushalt 

Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr von Ohrmilben ist es meistens notwendig, auch die anderen Tiere im Haushalt zu behandeln. 

Gleichzeitig sollte die gesamte Umgebung des erkrankten Tieres wie 

  • Decken 
  • Schlafplätze
  • Böden
  • Spielzeug 

mit denen das Tier in Berührung gekommen ist, gereinigt werden.

Hierzu könnt ihr ein akarizid wirkendes Biozid wie 

einem Umgebungsspray mit Permethrin oder Fipronil benutzen.

Es reicht jedoch meist, Kuschelsachen und Spielzeug ganz normal zu waschen.

Wie kann ich gegen Ohrmilben vorbeugen?

Um möglichst gut vorzubeugen, ist es wichtig, die Ohren eurer Tiere regelmäßig zu reinigen und auf parasitären Befall zu kontrollieren. 

Der unnötige Kontakt zu fremden Tieren sollte weitgehend vermieden werden. Gleichzeitig spielt die Sauberkeit im Umfeld des Frettchens eine wichtige Rolle. 

Eventuell über die Füße eingetragene Parasiten sollten durch normale Reinigung weitestgehend entfernt werden.