Frettchen sind neugierige kleine Raubtiere und lieben es, mit uns spazieren zu gehen. Auch für uns als Halter ist das richtig toll.
Leider ist es auch gefährlich. Lösen sich nämlich die kleinen Wusel einmal von der Leine, bekommt man sie oft nicht mehr eingefangen.
Da sie sich außerdem schnell verstecken und/oder weglaufen, sobald sie Angst bekommen oder sich erschrecken (und dazu können Kleinigkeiten in unseren Augen genügen), geraten Frettchen schnell in Lebensgefahr.
Viele andere Tiere können für sie gefährlich werden, und auch den Weg nach Hause finden sie oft nicht von allein.
Deshalb dürfen Frettchen nie ohne Leine draußen spazieren gehen.
Warum Geschirre explizit für Frettchen gefertigt sein sollen
Frettchen haben eine faszinierende Anatomie. Ihr Brustkorb ist kaum breiter als ihr Kopf. Zudem ist ihr Schlüsselbein rudimentär zurückgebildet und nicht fest mit dem Skelett verbunden. Infolgedessen können sie ihre Schultern so schmal machen wie ihren Hals.
Das bedeutet:
Wo der Kopf durchpasst, passt auch der Rest des Körpers durch! Deshalb ist ein herkömmliches Hundegeschirr etwa ebenso wenig geeignet wie ein Halsband!
Damit euren Wuseln während des Spazierens dennoch nichts passiert und ihr möglichst gefahrlos unterwegs seid, zeigen wir euch, welche Möglichkeiten es gibt, euer Frettchen zu sichern und welche davon die effektivsten sind.
Welche Geschirre gibt es
Soft- oder Westengeschirre – Das sind gepolsterte Geschirre aus Stoff/Mesh, die oft mit Klettverschlüssen geschlossen werden.
Sie verteilen den Druck gleichmäßig und sind sehr bequem, aber leider sind sie gerade durch ihre Dehnbarkeit und die Klettverschlüsse absolut nicht sicher. Viel zu schnell ist ein Klettverschluss aufgerissen und das Wusel auf und davon. Darum sind diese Geschirre unserer Meinung nach absolut nicht zu empfehlen!
H-Geschirre – Diese Geschirre bestehen aus zwei Schlaufen (Hals und Brust), die durch einen Steg verbunden sind und ähneln optisch einem
„H“. Sie sind eine gute Alternative, wenn sie wirklich sicher passen. Dies ist aber aufgrund der überproportional langen Körper von Frettchen oft nicht der Fall, denn dann können sich die Wusel beim Rückwärtsgehen hinausziehen.
Es gibt die H-Geschirre allerdings auch maßangefertigt sowie als sogenannte Sicherheitsgeschirre mit einem zweiten Gurt am Bauch. Dieser erhöht die Sicherheit, kann jedoch ebenfalls das „Rückwärts-Hinausziehen“ nicht völlig verhindern.
Lasst eure Frettchen deshalb nie rückwärts an der Leine gehen, wenn ihr diese Art von Geschirren verwendet!
Sollte es doch einmal passieren, dass ein Frettchen rückwärts aus dem Geschirr schlüpfen will:
Niemals die Leine stramm halten oder ziehen! Geht einen Schritt auf das Tier zu, um die Spannung zu nehmen, und nehmt das Frettchen erst mal wieder auf den Arm.
So habt ihr es nicht nur sicher, sondern das Wusel soll auch lernen, dass das Rückwärtslaufen im Geschirr ein absolutes No-Go ist, das den schönsten Spaziergang beendet.
X-Geschirre – im Onlinehandel auch unter den Bezeichnungen „Figure-8-Geschirre“ oder „8er-Geschirre“ zu finden, bestehen aus zwei Schlaufen, von denen sich eine um den Hals und eine um den Rumpf des Tieres legen und individuell anpassen lässt. Sie werden dann zur Leine hin durch einen Schieber mit Federmechanismus verschlossen.
Es gibt keinen Steg über dem Rücken, was sie optisch einem „X“ oder einer „8“ ähneln lässt.
Zusätzliche Sicherheit beim Rückwärtsgehen – Da sie sich, wenn sie richtig eingestellt sind, außerdem beim Rückwärtsgehen auf Druck zusammenziehen, um ein Ausbüxen zu verhindern, sind sie gerade bei erfahrenen Haltern äußerst beliebt.
Hohe Anpassungsfähigkeit – Sie werden aufgrund ihrer hohen Anpassungsfähigkeit gerade auch für Fähen, denen aufgrund ihres grazilen Körperbaus kaum ein anderes Geschirr richtig passt, gerne benutzt.
- Kein ständiges Umstellen nötig
Zusätzlich entfällt das lästige Geschirr umstellen je nach Sommer- oder Wintergewicht der Kleinen, da sich das Geschirr jeweils individuell an die Körperform anpasst.
## Achtung
X-Geschirr funktioniert nur dann zu 100 %, wenn es auch richtig eingestellt ist. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass der Schieber wirklich nur so lange zu bewegen ist, wie der obere Knopf gedrückt wird. Anschließend muss es wirklich fest sitzen, ohne das Tier einzuschränken. Der Schieber darf sich auf keinen Fall bewegen, da sich sonst das Geschirr aufzieht und das Frettchen leicht hinausschlüpfen kann.]
Tipp:
Die Schiebeverschlüsse von X-Geschirren lassen sich durch Verschluss Clips für Gefrierbeutel zusätzlich gegen ein Verrutschen sichern, indem man diese einfach über den Schiebeverschluss klemmt.
Man darf sich nicht blind auf die Technik verlassen:
Auch wenn das Geschirr theoretisch sicher sitzt und sich zusammenzieht, hat es in der Praxis schon versagt. Darum ist das Rückwärtsgehen der Wusel bei jedem Geschirr zu vermeiden!
Dies gilt auch für den Fall, dass die Frettchen sich auf unwegsamem Gelände, beispielsweise an einer Wurzel, verfangen. Sie sollten daher gerade dort stets kurz gehalten werden.
Achtet darauf, dass der Schieber aus Metall oder sehr hochwertigem Kunststoff gefertigt ist. Billige Plastikschieber können bei einem plötzlichen Ruck brechen.
## Worauf sollte man beim Kauf achten?
Geschirre speziell für Frettchen kaufen. (Frettchenworld.de)
Geschirre für Kleintiere passen oft nicht, da die meisten Tiere eine andere Körperform haben. Besser ist es, auf Geschirre zu setzen, die speziell für Frettchen entwickelt wurden.
Eine breite Auswahl an guten Leinen und Geschirren findet ihr unter
Das Material
[Achtet darauf, dass das Material nicht elastisch ist. Manche Billig Geschirre geben bei Zug nach. Frettchen nutzen jedoch jede Dehnung des Materials sofort aus, um sich aus den Schlaufen zu schieben.
Die Passform
Das Geschirr muss passgenau sitzen, damit das Tier sich nicht herauswinden kann.
Gleichzeitig darf es das Wusel nicht einschnüren oder in seiner Bewegungsfreiheit oder gar beim Atmen behindern.
Am einfachsten ist dies mit den X-Geschirren oder mit individuell größenangepassten H-Geschirren zu realisieren.
Sicher verschließen
Klettverschlüsse eignen sich unserer Erfahrung nach nicht, da diese mit der Zeit in ihrem Halt nachlassen und sich das Tier dann dort herausreißen kann.
Auch Klickverschlüsse nutzen sich ab und lassen sich dann oft aufziehen.
Wir bitten euch deshalb, gerade Geschirre mit Klettverschluss zu meiden und auch bei Klick- und Schnallen Verschlüssen vor jeder Benutzung zu kontrollieren, ob diese auch einwandfrei funktionieren.
Keine Glöckchen
Viele Geschirre werden mit kleinen Glocken verkauft. Diese sollten entfernt werden, da das ständige Klingeln direkt am Ohr für das feine Gehör von Frettchen Stress bedeutet.
Tipps für das Training
Die kleinen Kobolde müssen erst lernen, dass ein Geschirr nichts Schlimmes ist.
Fun-Fact: Beim ersten Anlegen des Geschirrs kippen viele Frettchen einfach um. Zumindest können die meisten erst mal nicht mehr laufen. Sie stellen sich tot.
Dies ist ein Instinktverhalten, das mit zunehmender Übung nachlässt.
Habt also einfach Geduld. Das Wusel wird sich an das Geschirr gewöhnen.
Das Training drinnen anfangen
Zieht dem Frettchen das Geschirr erst einmal in der Wohnung an und nach kurzer Zeit wieder aus. Wiederholt dies einfach immer mal wieder und lasst die Zeitspannen länger werden.
Dann wird sich das Wusel mit der Zeit daran gewöhnen. Geht erst raus, wenn das Frettchen in der Wohnung mit Geschirr ganz normal umher läuft.
Hilfreiches
-Nutze Pasten oder Leckerlis, während du das Geschirr anlegst, um eine positive Verknüpfung zu schaffen.
-Sinnvoll ist auch, den festen Halt des Geschirrs zuerst auf sicherem Terrain wie der eigenen Wohnung zu testen. Zieht dazu einfach das Geschirr an und beobachtet, ob sich das Frettchen beim Rückwärtsgehen herauszieht oder sonst wie herauswinden kann.
[Bei besonders ängstlichen oder zum Ausbrechen tendierenden Tieren kann man auch zwei Geschirre übereinander ziehen. Auf diese Weise
lassen sich beispielsweise die Vorteile von H-Geschirren und X-Geschirren leicht kombinieren.]
Die Leine
Der Karabiner
Da die Wusel klein sind, kann ein schwerer Metallkarabiner (wie von einer Hundeleine) den Rücken belasten oder das Tier beim Laufen behindern. Nutzt deshalb Leinen mit einem kleinen, aber stabilen Karabiner, wie es sie für Chihuahuas oder Welpen gibt!
Für den Fall, dass doch mal ein Karabiner kaputt geht, könnt ihr besonders ausbruchsgefährdete Wusel mit zwei kleinen Karabinern und/oder zwei Leinen sichern.
Flexi Leinen oder Roll Leinen
Viele Halter nutzen Rollleinen. Hier ist die Gefahr groß, dass sich das Frettchen um ein Hindernis wickelt oder die Leine aus der Hand rutscht. Das scheppernde Plastikgehäuse kann das Tier erschrecken.
Es fühlt sich dann oft davon an, wie gejagt und ergreift gerade deshalb die Flucht. Zudem übt das automatische und dauernde Zurückziehen der Leine unnötigen Druck auf die Wusel aus.
Nutzt daher am besten ganz gewöhnliche und dünne Hundeleinen.
Für optimale Sicherheit empfehlen wir den Kauf von Leinen und Geschirren von Frettchenworld.
Das dort gefertigte Zubehör wird genau auf Maß und nach euren Wünschen in solider Handarbeit gefertigt.
Es werden ausschließlich sichere Materialien verarbeitet.
Dies garantiert Sicherheit und eine lange Haltbarkeit.

