Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) ist eine ernsthafte Viruserkrankung, die auch bei Frettchen auftreten kann. Ausgelöst wird sie durch das Frettchen-Coronavirus (FrCoV bzw. FRECV).
Die Krankheit zeigt sich in unterschiedlichen Verlaufsformen, die jeweils eigene Symptome mit sich bringen.
Krankheitsformen
Grundsätzlich unterscheidet man drei Hauptformen:
- Feuchte Form
- Trockene Form
- Neurologische Form
Typische Symptome
Allgemeine Anzeichen
Unabhängig von der Form treten häufig folgende Symptome auf:
- Fieber
- Appetitlosigkeit
- Gewichtsverlust
- Teilnahmslosigkeit
- Durchfall
Feuchte Form
Diese Form ist gekennzeichnet durch -Flüssigkeitsansammlungen im Körper:
- Ergüsse im Bauch- oder Brustraum
- Aufgeblähter Bauch
- Atemprobleme
- Sichtbare Flüssigkeitseinlagerungen
Neurologische Form
Hier stehen Störungen des Nervensystems im Vordergrund:
- Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen
- Unsicherer, schwankender Gang
- Koordinationsprobleme
- Gleichgewichtsstörungen
Vestibuläre Symptome
- Schiefhaltung des Kopfes
- Unkontrollierte Augenbewegungen (Nystagmus)
- Kreisbewegungen
Zentrale neurologische Symptome
- Krampfanfälle
- Verhaltensänderungen
- Bewusstseinsstörungen
- Lähmungen (Teilweise oder vollständige Lähmung)
Begleiterscheinungen
- Futterverweigerung durch Bewegungsprobleme
- Austrocknung
- Erhöhtes Verletzungsrisiko
- Mögliches Einnässen
Übertragungswege
Das Virus wird vor allem übertragen durch:
- Aufnahme über den Kot (fäkal-oral)
- Direkten Kontakt mit infizierten Tieren
- Verunreinigte Umgebung oder Gegenstände
Diagnostik
Zur Abklärung werden verschiedene Untersuchungen eingesetzt:
- Klinische Allgemeinuntersuchung
- Bluttests
- Ultraschall
- PCR-Nachweis
Bei Verdacht auf die neurologische Form zusätzlich:
- Neurologische Untersuchung
- Bildgebende Verfahren (MRT oder CT)
- Untersuchung der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor)
- Spezielle Blutwerte
Behandlungsmöglichkeiten
Antivirale Therapie
Moderne Medikamente haben die Behandlung deutlich verbessert:
- GS-441524:
Hemmt die Vermehrung des Virus
Individuelle Dosierung
Standard: 5–10 mg/kg
Bei neurologischer Form: 10–15 mg/kg
Behandlungsdauer: mindestens 84 Tage
Gabe: oral oder als Injektion - GC-376:
Hemmt virale Enzyme (Protease-Inhibitor)
Oft in Kombination mit GS-441524
Gute Wirkung im Nervensystem
Tägliche Anwendung
Unterstützende Maßnahmen
Zusätzlich zur antiviralen Therapie sind wichtig:
- Flüssigkeitszufuhr
- Angepasste Ernährung
- Wärmeregulierung
Bei neurologischer Beteiligung außerdem:
- Medikamente gegen Krampfanfälle
- Kortikosteroide bei Schwellungen
- Physiotherapie
- Intensive Pflege
- Verlaufskontrolle
Während der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen entscheidend:
- Tierärztliche Untersuchungen
- Blutbildkontrollen
- Gewichtskontrolle
Bei neurologischer Form:
- zusätzliche neurologische Checks
Prognose
Die Erfolgsaussichten hängen von mehreren Faktoren ab:
- Art der Erkrankung
- Schweregrad
- Zeitpunkt des Behandlungsbeginns
- Konsequenz der Therapie
Die neurologische Form hat eine vorsichtigere Prognose, zeigt aber dank moderner Medikamente deutlich bessere Behandlungserfolge als früher.
Vorbeugung
Zur Minimierung des Risikos sollten folgende Maßnahmen eingehalten werden:
- Gute Hygiene
- Trennung erkrankter Tiere
- Regelmäßige Desinfektion
- Stress vermeiden
- Gesundheitschecks durchführen
Hinweise für Halter: Bei ersten Symptomen sofort zum Tierarzt Therapie strikt und vollständig durchführen; Regelmäßige Kontrollen wahrnehmen. Mit einer längeren Behandlungsdauer rechnen und hohe Kosten einplanen
Besonderheiten bei neurologischer FIP
Diese Form erfordert besonders intensive Betreuung:
- Engmaschige Überwachung
- Höhere Medikamentendosen
- Zusätzliche Pflege, wie z. B.: Weiche Liegeflächen
- Unterstützung bei Fressen und Bewegung
- Schutz vor Verletzungen
- Physiotherapie
Die Behandlung von FIP bei Frettchen erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Tierarzt und Halter. Durch neue Therapieansätze haben sich die Heilungschancen deutlich verbessert – entscheidend bleibt jedoch eine frühe Diagnose und eine konsequente Behandlung.
Hinweis: Es kann hilfreich sein, sich mit erfahrenen Haltern auszutauschen, die bereits ein betroffenes Tier erfolgreich behandelt haben.

