Zuerst sollte festgehalten werden, dass Frettchen keine Spielzeuge sind!
Weder für Kinder, noch für Erwachsene.
Frettchen fallen unter die Kategorie der Raubtiere und sind keine Käfigtiere, sie sollten sich frei in ihrem neuen zu Hause bewegen können –
Eine Käfighaltung ist niemals eine Option.
Es ist möglich, ein Frettchenzimmer oder ein Außengehege für sie einzurichten, sofern diese Bereiche ausreichend gesichert sind.
Ansonsten laufen sie gerne durch das komplette Haus/die komplette Wohnung, ähnlich wie Katzen und Hunde auch (freie Wohnungshaltung)
Das richtige Frettchen
Es ist durchaus möglich, Frettchen und Kinder in einem gemeinsamen Haushalt unterzubringen, allerdings müssen dabei einige Dinge beachtet werden.
Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter, aus diesem Grund sollte bei der Wahl der Frettchen unbedingt darauf geachtet werden, dass sie auch „familientauglich“ sind.
Frettchen werden aus verschiedensten Gründen schnell mal „aggressiv“, andere kuscheln total gerne und lieben die Nähe zum Menschen.
Manche Tiere neigen im Spiel zu Übersprungshandlungen, die sich auch mal in groben Kneifen äußern.
[Hierzu können die Pflegestellen der Frettchenhilfe euch am besten beraten.]
Vorsicht ist besser als Nachsicht
Ihr solltet eure Kinder vorher unbedingt über die Tiere und mögliche Verhaltensweisen (z.B. anfängliche Scheu, Zwicken, Kratzen, …) aufklären und ihnen bewusst machen wie sie auf die Frettchen zugehen können und worauf sie achten müssen.
Geduld ist hier oberstes Gebot.
[Frettchen spielen untereinander meist sehr wild und müssen erst lernen, dass das spielerische Zwicken uns weh tun kann, da ihre eigene Haut deutlich dicker ist als unsere.]
Sie kneifen, um unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen, dies ist als Spielaufforderung zu verstehen, dass uns das weh tut, müssen sie erst lernen.
Wer trägt die Verantwortung?
Kinder sollten niemals die Verantwortung für Tiere übernehmen.
Als Eltern seid ihr dafür verantwortlich, dass alle Parteien sicher sind und sich wohlfühlen.
Kleinere Aufgaben könnt ihr euren Kindern natürlich auch zuweisen (z.B. Spielzeug aufräumen, Klos reinigen, …), diese erledigt man im Idealfall mit ihnen gemeinsam.
Die Bezugsperson sollte unbedingt ein Erwachsener/eine Erwachsene sein.
Niemals unbeaufsichtigt lassen
Lasst eure Frettchen und Kinder niemals alleine miteinander! Ihr könnt die Annäherung unterstützen, indem ihr euren Kindern Leckerlis für die Frettchen gebt oder ihnen Vitaminpaste auf einen Finger auftragt, damit die Frettchen diese dann dort ablecken können.
Gemeinsames Spielen ist auch eine tolle Möglichkeit, miteinander warm zu werden.
Da einige Frettchen aber dazu neigen, beim Spielen auch mal zuzubeißen, sollte dies nur unter Aufsicht passieren.
Auch das Spiel mit einer Katzenangel kann hier anfangs hilfreich sein.
Der passende Rückzugsort
Frettchen schlafen viel und verstecken sich gerne, deshalb ist es besonders wichtig, dass sie (mindestens) einen sicheren Rückzugsort haben (dieser sollte für die Kinder Tabu sein)
Auch für die Kinder sollte es sichere Rückzugsorte zu Hause geben. (Kinderzimmer ist Frettchen freie Zone)
So kann jeder selbst entscheiden, ob ihm/ihr gerade zum Spielen zumute ist oder ob eher eine Ruhepause benötigt wird.
Grenzen setzen und respektieren ist hierbei das Stichwort.
Wichtig: Herumliegende Spielzeuge (Gummitiere usw.) können bei Verschlucken zu schweren Darmverschlüssen und damit zu teuren Tierarztbesuchen oder gar zum Tod der Tiere führen. Bitte IMMER wegräumen
Was, wenn es nicht klappt?
Was passiert, wenn Frettchen und Kind nicht miteinander klarkommen?
Dem Tier zuliebe solltet ihr es natürlich nicht mit dem Hintergedanken „wenn’s nicht klappt kommt es halt wieder weg“ aufnehmen, denn den Tieren tut ein hin und her nicht gut.
(Ein Schnupperbesuch bei einem Frettchenhalter kann bei der Entscheidung Pro oder Contra Frettchen eine sehr gute Unterstützung sein.)
Trotzdem kann es leider auch mal vorkommen, dass es partout nicht funktioniert.
Was dann?
Diese Frage solltet ihr euch unbedingt vor der Anschaffung eurer pelzigen Mitbewohner stellen.
Käfighaltung kommt nicht in Frage.
Habt ihr die Möglichkeit ein Außengehege einzurichten oder einen Bereich in eurem zu Hause komplett an die Vierbeiner abzugeben?
Bringt ihr die Tiere zurück zur Pflegestelle oder zu ihrem Züchter ?
Leider nimmt nicht jeder Züchter seine Tiere auch zurück.
Auch bei Tieren aus privaten Abgaben steht man häufig allein mit dem Problem da.
Damit ihr am Ende nicht völlig planlos da steht, sollten auch diese Fragen im Vorfeld schon mal überdacht werden.
Wenn ihr unsicher seid, lasst euch bei einer Frettchenhilfe beraten und versucht einen Schnupperbesuch, bevor ihr euch für Frettchen entscheidet.
Kontakte für Schnupperbesuche bekommt ihr ebenfalls über die Frettchenhilfe.
