Viele Frettchenhalter halten ihre Frettchen in Innenhaltung- doch was ist überhaupt nötig, um die Tiere möglichst artgerecht im eigenen Zuhause zu halten?
Erlaubnis vom Vermieter
Da Frettchen unter die Kategorie der Exoten fallen, braucht ihr vor der Anschaffung eine (möglichst schriftliche) Erlaubnis von euren Vermietern, um sie bei euch zu halten.
Als Eigentümer fällt dies natürlich weg.
Wie viel Platz brauchen Frettchen?
Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten.
Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. (kurz: TVT) schreibt eine Grundfläche von mindestens 6m2 für zwei Frettchen vor, für jedes weitere Frettchen kommen 1m2 dazu.
In den meisten Fällen ist das aber viel zu wenig Platz, lasst euch deshalb am besten bei der Pflegestelle, die euch die Tiere vermittelt, beraten.
Auch im Internet findet man hierzu sehr gute Informationen. Grundsätzlich gilt: je größer desto besser.
Keine Käfighaltung
Frettchen sind sehr aktive Tiere, auch wenn ein großer Teil ihres Alltags aus Schlafen besteht. Wenn sie wach sind, jagen sie sich gegenseitig durch die Wohnung und kämpfen spielerisch. Sie klettern gerne und viel, räumen Gegenstände von A nach B und suchen sich Verstecke.
In einem Käfig haben sie für all das keinen Platz! Gerade die handelsüblichen Käfige sind viel zu klein und überhaupt nicht artgerecht, selbst dann nicht, wenn sie als „Frettchenkäfig“ deklariert werden. Seriöse Pflegestellen, die sich mit den Tieren beschäftigt haben und sich auskennen, vermitteln in der Regel gar nicht erst in Käfighaltung.
Ein gut eingerichteter Käfig darf allerdings als Rückzugsort / Hängemattenhalter genutzt werden, solange die Türen dauerhaft geöffnet bleiben oder sogar komplett entfernt werden.
Das Frettchenzimmer
Wenn ihr nicht wollt, dass eure Wusel die komplette Wohnung einnehmen, gibt es die Möglichkeit, ihnen ein eigenes Zimmer einzurichten.
Ein solches Zimmer sollte in diesem Fall natürlich alles hergeben, was sie so brauchen: Schlafplätze und Versteckmöglichkeiten, Toiletten, Futterstellen und ein großes Sortiment an Spielzeugen und Beschäftigungsangeboten (s.unten).
Außerdem müsstet ihr euch Gedanken darüber machen, wie ihr das Frettchenzimmer absichert (siehe Beitrag Frettchenzimmer sichern), damit sie nicht entwischen. Sind die Fenster hoch genug, damit niemand rankommt oder müssen sie gesichert werden, damit auch mal gelüftet werden kann?
Soll die Tür zum Zimmer immer geschlossen sein- transparent oder lieber blickdicht? Oder reicht vielleicht auch eine Absperrung, die verhindert, dass die Tiere herauskommen, es aber zulässt, dass die Tür geöffnet bleibt?
Hier gibt es verschiedene Lösungen und Gestaltungsmöglichkeiten, an denen ihr euch ausprobieren könnt.
Freie Wohnungshaltung
Wer kein Extrazimmer übrig hat oder seine Fellnasen gerne durch die Wohnung oder das Haus flitzen sieht, kann sich natürlich auch für die freie Wohnungshaltung entscheiden.
„Freie Wohnungshaltung“ bedeutet, dass die Tiere den gesamten Wohnraum zur Verfügung haben. Einzelne Bereiche können natürlich trotzdem noch abgesichert werden, damit die Tiere diese nicht betreten können, aber der Großteil wird von ihnen mitgenutzt. Wer seine Frettchen in freier Wohnungshaltung hält, sollte in der Regel keine Probleme haben, was den Platz betrifft.
Solange alle Räume frettchensicher sind, können sich die Wusel hier schön austoben
Beschäftigungsangebote
Wie schon erwähnt, sind Frettchen sehr aktive Tiere. Sie freuen sich immer wieder über neue Eindrücke und Reize.
Es ist deshalb wichtig, dass sie ein für sie angemessenes Sortiment an Beschäftigungsmöglichkeiten haben, wobei natürlich jedes Tier seine eigenen Vorlieben hat.
Einige Frettchen schwimmen gerne, andere laufen lieber Runden in einem Laufrad.
Viele Frettchen haben Spaß am Klettern, hier eignen sich zum Beispiel Kratzbäume (nicht höher als 1m, da Verletzungsgefahr besteht) oder Katzentreppen gut. Auch Tunnel bzw. Schläuche oder Deckenhaufen zum Reinkriechen kommen meist gut an und Buddelkisten werden gerne umgegraben.
Mit Spielzeugen wie Katzenangeln oder Bällen könnt ihr euch aktiv ins Spiel einbringen.
Frettchengeruch in der Wohnung
Leider denken heute noch viele Menschen bei Frettchen als Erstes an ihren Geruch und somit auch daran, dass die komplette Wohnung nach Frettchen riechen wird. Wer selber schon mal Frettchen gehalten hat weiß, dass dies nicht ganz richtig ist. Jedes Tier hat einen Eigengeruch- ein Frettchen genauso wie ein Hund. Je nach Umstand können Frettchen mehr oder weniger stark riechen, manche finden ihren Geruch sogar ganz angenehm und vergleichen ihn mit Honig.
Unangenehm wird der Geruch meist erst, wenn die Wusel in die Pubertät kommen, schlechtes Futter bekommen oder es ihnen generell nicht gut geht.
Wer seine Frettchen rechtzeitig kastriert, artgerecht füttert und sie generell gut pflegt und gesund hält, sollte mit dem Geruch also keine Probleme haben.
Außerdem ist es natürlich unerlässlich die Umgebung der Tiere täglich zu reinigen. Ein Tier kann nur sauber riechen, wenn es in einem hygienischen Umfeld lebt.
